Der verpasste Abschied
Eigentlich wollten wir rund ums Osterwochenende noch einmal vorbeischauen im >>> “Treffpunkt”, doch zu spät! Heute haben wir entdeckt: Der Kiosk von Stefan Mechtold ist bereits leer geräumt. Nur eine Botschaft ist jetzt dort zu lesen, wo sich morgens die Schüler trafen, nachmittags die Leute aus der Umgebung und abends das Stammpublikum. Vesteblick wird den “Treffpunkt” vermissen – und all die kleinen großen Gespräche rund um das Sein und die Welt!
Veröffentlicht: 6. April 2010 von Falk in Stadtgeschehen.
Kommentare: 8
Kommentare
Kommentar von SO
am: 7. April 2010, 21:07
Profitgier ist eine Krankheit, der vor allem anderen das menschliche Miteinander zum Opfer fällt.
Kommentar von Oigi
am: 7. April 2010, 23:19
Die Entscheider bei solchen Beschlüssen (privat oder amtlich) sollten vor Presse und TV dafür auch mit ihren Namen geradestehen und sich nicht in anonymen Gremien verstecken. Mitverantwortlich sind natürlich auch die jeweiligen Kunden, die in ihrem Verbraucherverhalten mehrheitlich zu den großen Konzernen abwandern und kleineren Geschäften nicht den notwendigen Rückhalt bieten.
Kommentar von Oigi
am: 8. April 2010, 15:12
Zur Kultur einer Stadt gehört nicht nur das, was kunsthistorisch bedeutsam und für die Denkmalspflege wichtig ist. Auch alles, was sich an einem Ort in einer sozialen Kontinuität entwickelt hat, gehört selbstverständlich in den Bereich der sozialen Kultur. Dieser “Treffpunkt” wurde in Generationen zu einem realen Treffpunkt. Meine persönliche “Treffpunkt-Erinnerung ” reicht zurück bis ins Jahr 1949. Nun stelle ich fest, dass dieser Ort bis in die jüngste Zeit ein klassischer Verabredungspunkt geblieben ist. Natürlich kann man letztlich alles beseitigen, “sanieren” und “modernisieren”. Der Preis ist die Beseitigung eines Teils von Coburger Identität. Ich beurteile das als “Nicht-mehr-Coburger”, der immer wieder begeistert ist von dem hohen Wiedererkennungswert der Stadt, die immer noch ein Teil meiner seelischen Heimat ist.
Kommentar von Onkel Gustav
am: 8. April 2010, 15:22
Schade.
Kommentar von H.Gr.
am: 8. April 2010, 17:59
Das Bauschild dahinter steht ja schon in voller Größe. Hat zufällig jemand abgelesen, wer der Architekt der neuen Nobeldomizile ist?
Kommentar von qwer
am: 9. April 2010, 17:54
Wenn es so beliebt gewesen wäre, wie hier teilweise berichtet wird, würde es sicher zumindest an anderer Stelle weitergehen.
Jetzt hier den Untergang der abendländischen Kultur auszurufen halte ich für ein klein wenig übertrieben…
Kommentar von djrene
am: 9. April 2010, 21:44
Ich oute mich mal als einer der selten da gewesen ist. Das billige Bier (Paderborner – igittt) zog halt auch immer ein Klientel an, das nicht so ganz meine Richtung ist. Die Pizza fand ich so naja (im Pizzaservicetest Anfang der 90er konnte er ja nicht liefern – weil anscheinend aus Unlust geschlossen), die Burger waren auch nur mit Fertigfleischplatten gemacht – die Currywurst hab ich leider nie probiert. Würde mir, wohnte ich noch in Coburg, persönlich kaum fehlen, ist aber wirklich schade für die, die gerne mal dort waren.
Aber ich halte es auch ein wenig wie User qwer, denn auch der Theaterkiosk scheint ja nicht soooooviel Zuspruch gehabt zu haben, daß sich jemand traut einen neuen dort zu platzieren. Sicher auch in Anbetracht der damals schon absehbaren Konkurrenz der Cafés. Allerdings stimme ich Oigi schon zu, daß diese schon fast zwanghafte Komplettmodernisierung nicht so wirklich zur Coburger Innenstadt passt. Da wird die Ketschenvorstadt oder wie es jetzt ja heißt, der Neue Süden, nichts anderes werden.
Kommentar von flo
am: 12. April 2010, 11:27
mir wird der treffpunkt nicht fehlen. ich hab den nie richtig wahrgenommen, obwohl er fast 10 jahre lang auf meinem schulweg lag ;).
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